In vielen Projekten werden Parameter solange verändert, bis das aktuelle Bild funktioniert. Dieses Vorgehen kann einen Prototypen schnell voranbringen, erzeugt aber noch kein Wissen über den stabilen Arbeitsbereich des Gesamtsystems.
Mit dem realen Prozess beginnen
Eine sinnvolle Robustheitsanalyse startet nicht mit beliebigen Bildfiltern, sondern mit beobachtbaren Abweichungen der Anlage. Typische Kategorien sind Beleuchtung, Fokus und Unschärfe, Bauteillage, Sensorrauschen, Verdeckung, Oberflächenvarianz und Unterschiede zwischen Produktchargen.
Störgrößen einzeln und kombiniert betrachten
Ein eindimensionaler Sweep zeigt, ab welchem Wert eine Kennzahl kippt. Kombinationen sind anschließend für ausgewählte kritische Bereiche sinnvoll. So bleibt die Testmenge beherrschbar, ohne Wechselwirkungen komplett zu ignorieren.
Nicht nur den Mittelwert beobachten
Für jede Stufe sollten neben dem Gesamtwert auch Streuung, Klassenfehler und Einzelsamples geprüft werden. Besonders wertvoll sind Fälle, bei denen kleine Parameteränderungen zu großen Ergebnisänderungen führen. Sie markieren instabile Entscheidungsgrenzen.
Das Ziel ist nicht die größtmögliche Testmatrix, sondern eine nachvollziehbare Karte des stabilen und des kritischen Arbeitsbereichs.
Ein schlanker Testaufbau in fünf Schritten
- Prozessrelevante Störgrößen und reale Wertebereiche definieren.
- Nominalzustand und verbindliche KPI-Grenzen festlegen.
- Einzelsweeps mit wenigen, aussagekräftigen Stufen durchführen.
- Kritische Bereiche mit zusätzlichen Messpunkten und Kombinationen untersuchen.
- Worst Cases, Ursachenhypothesen und Maßnahmen dokumentieren.
Was daraus für die Freigabe entsteht
Die Ergebnisse können in einen Testplan, eine Sensitivitätsübersicht und konkrete Akzeptanzkriterien überführt werden. Damit wird aus Trial-and-Error ein wiederholbarer Engineering-Prozess, der bei Variantenwechsel oder Pipeline-Update erneut genutzt werden kann.
Welche Störgrößen bestimmen Ihren Linienalltag?
RobuTrace entwickelt den Testworkflow gemeinsam mit frühen Anwendern aus Maschinenbau, Integration und Produktion.
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